Der sechste Band

Der sechste Band ist am 13. Okober 2014 auf dem Markt erschienen.

Band 6

Expose Band 6

 

Um den Vergleich des Untersberges mit dem Ayers Rock nachzuprüfen, fliegt Wolf nach Australien und mietet sich dort eine Cessna, mit welcher er von Brisbane aus quer durch den Kontinent zum Ayers Rock fliegt. Eine folgenreiche Begegnung mit einem Aborigine wird für ihn zu einem Schlüsselerlebnis. Mit Hilfe des Illuminaten Becker findet er mit Linda einen geheimen Zugang in einen Stollen unter dem Klingeck, am Obersalzberg, wo sich ein riesiger Bergkristall befindet. Dieser soll für eine Funkanomalie verantwortlich sein, mit welcher die Deutschen vor über siebzig Jahren bereits eine Verbindung nach Südamerika aufgebaut hatten. Wolf folgt der Einladung eines geheimen Templerordens und erfährt dabei interessante Zusammenhänge mit der Magna Figura und den Herren vom Schwarzen Stein. Der Besitzer eines großen Zementwerkes in der Nähe des Untersbergs ermöglicht es den Freunden des Isais-Ringes, die dortige, riesige Stollenanlage, in welcher noch kurz vor Kriegsende das Oberkommando der Wehrmacht untergebracht werden sollte, zu besichtigen. Der General im Berg, zeigt ihnen die Basis Vier, welche in der Gegenwart existiert und mit modernster Technik ausgestattet ist. Sabine, Wolfs ältere Tochter, wird in Murano von der schwarzen Dame Julia angesprochen. In den Ruinen der alten Komturei soll ihr Vater weitersuchen und tatsächlich findet Wolf dort abermals zwei Ringe aus der Templerzeit. Die Franzosenschlacht auf dem Walserfeld wird ihm von Becker live vorgeführt und Wolf bringt ein Vorderlader Gewehr mit in unsere Zeit herüber. Mit Claudia fliegt er auf die Insel Mauritius, um die sieben schwarzen Pyramiden, welche sich dort befinden sollen, zu untersuchen. Sie entpuppen sich aber nur als jahrhunderte alte, von Sklaven errichtete Steingebilde, welche bei der Reinigung der Zuckerrohrfelder entstanden waren. Dafür gelangen sie aber im Urwald von Mauritius zu einem pyramidenförmigen, heiligen Berg der Hindus, in welchem sich eine Grotte mit einem unterirdischen See befindet. Dort sehen sie eine uralte Felsritzzeichnung eines Vimanas – einer Götter Flugmaschine. Schließlich fahren sie noch mit einem Speedboot auf das Meer hinaus und können mit frei lebenden Delphinen schwimmen. Von einem alten Förster am Untersberg werden die zwei noch darüber aufgeklärt, dass auch Bäume Lebewesen sind und mit Menschen kommunizieren können. Letztendlich erhält Wolf zwei Kelche, welche je aus einem Stück Bergkristall gefertigt wurden, wobei er einen davon den beiden Polizisten Herbert und Elisabeth zum Geschenk macht. Der General stellt sich bereits auf den Endkampf in Europa ein. Der Illuminat Becker klärt Wolf über die Kraft der heiligen Berge auf.

 

 

Leseprobe Band 6

 

Kapitel 17 - Die beiden Ringe in der Komturei

 

Wolfs Tochter Sabine, welche vor vielen Jahren, als sie mit ihm am Untersberg herumstreifte und dabei für zwei Minuten in eine Zeitanomalie geraten war, besuchte dieses Jahr über Ostern Venedig. Der Zufall wollte es, dass sie auf der Insel Murano in der Wohnung einer Bekannten logieren konnte. Sie wusste nichts vom Erlebnis ihres Vaters, der hier vor zwei Jahren in der Basilika von Murano, der Kirche Maria e Donata, das seltsame Treffen mit der schwarzen Dame Julia gehabt hatte. Diese außerordentlich schöne und geheimnisvolle Frau machte ihn damals auf die Insel Unije aufmerksam, wo Wolf dann auch mit der Cessna hinflog und dort nach längerer Suche einen Doppelender Bergkristall in einer alten Steinmauer fand.

Sabine machte von Murano aus, mit dem Vaporetto einige Ausflüge in die Lagunenstadt, welche zu jeder Jahreszeit immer wieder ihren besonderen Reiz hatte.

Am letzten Tag ihres Osterurlaubes wollte sie noch die Kirche Maria e Donata aufsuchen, da ihr Quartier ja nur zwei Straßen daneben gelegen war. Sie betrat das prunkvolle Gotteshaus und war begeistert von den schönen, farbenprächtigen Mosaiken, mit welchen der Kirchenboden ausgelegt war. Auch das seltsame Steinbild, auf welchem zwei Hähne einen gefesselten Fuchs auf einer Stange trugen, schaute sie sich interessiert an. Obwohl es Ostern war, befanden sich nur wenige Leute in der Kirche.

Plötzlich trat eine dunkel gekleidete Dame an sie heran und sprach sie auf Italienisch an. Da Sabine diese Sprache seit ihrer Schulzeit einigermaßen gut beherrschte, verstand sie diese Frau auch. Diese gab ihr zu verstehen, dass sie eine Botschaft für ihren Vater hätte. Er möge nochmals in den Ruinen der alten Komturei suchen. Dort würde noch etwas versteckt sein.

Als Sabine etwas irritiert fragte, woher sie ihren Vater Wolf kennen würde, meinte die schwarz gekleidete Dame nur, „Dein Vater hat einen Kristall des Ordo Bucintoro gefunden und auch du hast mit dem Untersberg zu tun. Überbringe deinem Vater meine Botschaft. Sage ihm, sie stammt von Julia“.

Sie lächelte dabei Sabine an, dann drehte sie sich wortlos um und war kurz darauf im Halbdunkel hinter den hellen Säulen verschwunden.

Sabine überlegte eine Weile. Die Begegnung mit dieser Frau war doch sehr seltsam. Unweit der Basilika befand sich ein kleines Cafe, dort setzte sich Sabine hin und nahm ihr Handy aus der Tasche. Sie rief ihren Vater an und erzählte ihm die Sache mit der Dame Julia.

„Wie sah sie aus?“, wollte Wolf von seiner Tochter wissen, „wie alt hast du sie geschätzt und wie groß war sie?“.

Sabine beschrieb diese schwarze Frau genau so, wie Wolf sie in Erinnerung hatte.

„Ich soll also in den Ruinen der alten Komturei noch weitersuchen? Ich habe vor einer Woche oben vor der Kirche am Ettenberg so eine eigenartige Vision gehabt. Von zwei Ringen und dann von dem alten Gemäuer. Das würde zusammenpassen mit der Botschaft dieser Julia. Ich danke dir Sabine“.

„Ich habe auch gleich noch einige Bilder in dieser Kirche gemacht, die gebe ich dir dann zuhause“, sagte Sabine noch zu ihrem Dad.

Wolfs Entschluss stand nun fest, er würde nochmals in der alten Komturei mit Claudia suchen.

Es dauerte keine Woche, da rief er die junge Frau an. „Hallo, hast du heute Nachmittag Zeit, ich möchte auf den Ettenberg fahren“.

Claudia sagte zu. Sie würden sich beim alten Gasthof treffen und dann mit Wolfs Wagen zu den Ruinen der alten Komturei fahren.

Er hatte die Batterien in seinem Metallsuchgerät erneuert, und auch einen großen Hammer und Meißel bereitgelegt.

Claudias Wagen stand bereits direkt neben dem Marmorbrunnen, als Wolf dort ankam.

„Was hast du heute vor?“, fragte sie ihn, als sie seine Ausrüstung sah, „ich bin schon gespannt“.

„Als ich vorige Woche, bei der Wallfahrtskirche oben den schwarzen Templerring in der Hand gehalten habe, da ist plötzlich ein Bild von zwei Ringen da gewesen und dann sah ich noch die Mauern der Komturei. Wenn ich an Beckers Worte vom „Begreifen“ denke, dann könnte das ein Hinweis sein, dass dort in dem Gemäuer noch etwas verborgen ist. Und dann hat mich jetzt noch meine Tochter Sabine angerufen und mir von einem Erlebnis in der Kirche auf Murano erzählt. Da ist offenbar wieder die schwarze Dame Julia, welche wir damals vor zwei Jahren gesehen haben, aufgetaucht und hat ihr gesagt, dass sie mir ausrichten möge, ich solle in den Ruinen der Komturei noch einmal nachsuchen, es wäre dort noch etwas versteckt. Zufall oder auch nicht, aber wir werde ja gleich sehen“. Mittlerweile waren sie schon auf der schmalen Straße unterwegs, welche zum Ettenberg hinaufführt.

„Mysteriös ist das schon. Wie sollte denn diese Julia denn deine Tochter erkannt haben? Und dann noch die Botschaft an dich. Glaubst Du, dass dort in den Mauern noch etwas zu finden ist?“, fragte Claudia.

„Wie hat sie mich denn damals erkannt, es sah doch so aus, als hätte sie auf mich gewartet. Und was das Finden anbelangt - Warten wir es ab“, gab er ihr zu Antwort.

Bei den Ruinen neben der Straße angekommen packte er seine Sachen aus, schaltete das Metallsuchgerät ein. Er musste zusehen, dass er durch das Dickicht, welches jedes Jahr vom Neuen die Mauern umwucherte, hindurch kam. Claudia setzte sich auf einen Stein, auf welchen Sie ihren Anorak ausgebreitet hatte und beobachtete Wolfs Tun.

Wolf wusste nicht, wo er beginnen sollte, also suchte er dort, wo er mit seinem Detektor am besten an das Mauerwerk herankam. Nach einer halben Stunde, in welcher kein einziger Piepston aus dem Lautsprecher zu hören war, meinte Claudia, „Versuche es doch dort, wo du damals mit Linda den Ring und die Kette gefunden hast“.

„Wenn du meinst“, gab Wolf etwas gestresst zur Antwort, „ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass man ein Versteck in der Nähe eines anderen anlegt, aber ich will es versuchen“.

Dazu musste er zuerst eine kleine Hecke entfernen, welche direkt vor der Mauer wuchs. Dann begann er von oben her die alte Steinmauer mit dem Metallsuchgerät zu sondieren. Aber weder bei der bereits vor Jahren freigelegten Öffnung noch in deren unmittelbarer Umgebung rührte sich etwas. Als er aber mit dem Suchgerät tiefer unten, kurz über dem Erdboden angelangt war, hörte man plötzlich ein leises Piepsen. Wolf bückte sich und fand dort einen rostigen Nagel, welcher aber bestimmt nicht aus der Templerzeit stammen konnte.

Er warf diesen Nagel beiseite, aber das Piepsen war immer noch zu hören.

Als er die Stelle genau lokalisiert hatte, grub er mit den Händen etwas die Erde auf, dann nahm er Hammer und Meißel. Wolf klopfte einen Stein aus der Mauer heraus und tatsächlich befand sich dahinter ein kleiner Hohlraum. Darin lagen mehr oder weniger ungeschützt zwei silberne Ringe. Sie waren total schwarz angelaufen und der Schmutz der Jahrhunderte klebte noch an ihnen.

Einer von ihnen hatte offenbar einen gefassten Stein.

„Claudia“, rief er, „genau solche Ringe habe ich vorige Woche, als wir mit Hans oben bei der Kirche waren, gesehen – oder eben „begriffen“ – wie Becker es nennt. Komm mit, gehen wir zum Bach hinüber, ich will die Ringe ein wenig säubern, dann sehen wir mehr“.

Die junge Frau nahm ihren Anorak und ging mit Wolf zum nahen Bach.

Als die Erde und der Schmutz von den Ringen abgewaschen war, konnten die beiden erkennen, dass der quadratische Stein in dem alten Ring tatsächlich eine grüne Farbe hatte und von einem natürlichen roten Einschluss durchzogen war. Auf einer Seite war die Ringschiene schon sehr verwittert und ausgebrochen, aber sie war immerhin noch vollständig.

„Was ist das für ein Stein“, fragte Claudia, „so etwas hab ich noch nie gesehen“. Aber auch Wolf musste passen und obwohl er sich ansonsten sehr gut mit Edelsteinen auskannte, konnte er diesen Stein nicht bestimmen.

„Ich werde zuhause in meinen Fachbüchern nachsehen“, antwortete er, „das finden wir schon heraus, wirst sehen“.

Der zweite Ring hatte, genau wie von Wolf gesehen, eine Art kuppelförmigen, Behälter, der jedoch mehrere kleine Öffnungen hatte.

Nachdem der erste Schmutz herunter gewaschen war, meinte er, „zuhause werde ich die Ringe ins Silberbad legen und dann befassen wir uns näher damit. Ich bin schon neugierig, was das für ein eigenartiger Stein ist, und wo so etwas überhaupt vorkommt.

Wolf war in Gedanken so mit den beiden Ringen beschäftigt, dass ihn Claudia daran erinnern musste, sein Metallsuchgerät, den Hammer und den Meißel ins Auto zu geben.

 

 

 

Kapitel 38 – Das Wasser vom Untersberg

 

Die beiden saßen in einiger Entfernung vom Walser Birnbaum und beobachteten den kleinen, schwarzen Wagen, welcher bereits ein geraumes Stück vor dem Birnbaum stehen blieb. Heute war der Christi Himmelfahrt Tag. Der Himmel war mit tief liegenden Wolken verhangen und es regnete leicht, daher waren auch kaum Leute auf den Äckern um das Walserfeld zu sehen. Auch der nahe Untersberg im Hintergrund lag bis zur Hälfte in dichten Wolken verborgen.

Die zwei dunkel gekleideten beobachteten die junge Frau, welche aus dem Wagen stieg aufmerksam. Sie war eine elegante Erscheinung, mit dunklem, kurzem Haarschnitt und ernstem Gesichtsausdruck. In ihren Händen hielt sie einen Glasbehälter mit einer großen Öffnung. Langsam, ja fast würdevoll schritt sie auf den Birnbaum zu.

„Das ist sie“, sagte der eine der beiden, „wer sonst als sie, würde bei so einem Wetter hierher zum Birnbaum kommen?“.

„Ja“, gab der andere zur Antwort, „nur sie weiß um den Tag. Ich habe sie schon im Frühjahr am Friedhof der Salinenstadt erkannt“.

„Also ist sie doch wiedergekommen?“

„Ja“, antwortete der andere, „um die Prophezeihung zu erfüllen“.

Mittlerweile hatte die Dame den Baum erreicht. Sie blickte zu seinen Ästen empor, so als wollte sie ihm etwas sagen. Nachdem sie das Glasgefäß abgestellt hatte berührte sie die rissige Rinde des Birnbaumes. Dann nahm sie das Gefäß wieder auf und umrundete mit würdevollen Schritten dreimal den Baum, wobei sie mit beiden Händen das Glas

vor sich her trug. Es war ein feierlicher Anblick.

„Jetzt wird sie gleich das Ritual machen“, meinte der ältere der beiden, welche angestrengt zum Baum herüberschauten.

Als die zwei nun an den Mundbewegungen der Frau sahen, dass diese etwas sprach, was sie aber auf Grund der großen Entfernung nicht hören konnten, erwiderte der eine, „Ja, sie ist es, jetzt habe ich keinen Zweifel mehr.

Die elegante Dame hob nun das Glasgefäß hoch empor, hielt es einen Augenblick so und öffnete dann den Deckel. Sie begann nun den Stamm des Birnbaumes mit dem Wasser zu benetzen.

„Das ist das Wasser aus der Quelle vom Untersberg“, sagte der jüngere der beiden schwarz gekleideten, „ich kann es spüren“.

Während das Wasser am Baumstamm herunterlief und in Kürze auch die Wurzeln des Birnbaumes erreichen würde, sprach sie noch einige Worte, welche aber keiner der beiden verstehen konnte. Dann legte sie ihre Hände auf den Stamm des alten Baumes, so als würde sie sich von ihm verabschieden.

„Ich glaube, dass unsere Zeit nun vorüber ist. In Zukunft werden wir nicht mehr um den Untersberg kreisen. Mit diesem Ritual von ihr hat sich nun die Prophezeihung erfüllt“.

Die Frau war jetzt wieder zu ihrem Wagen zurückgekehrt und wendete diesen.

Sie bog auf die Landstraße ein und fuhr in Richtung des Untersberges davon.

Die beiden Raben erhoben sich in die Lüfte und schauten dem Auto der Dame nach, bis sie es nach einer Weile aus den Augen verloren.

 

 

 

Kapitel 16  -  Der Schwarze Komtur

 

 Wolf fuhr mit Hans, einem Bekannten, zum Ettenberg hinauf, um ihm die Ruinen der alten Komturei zu zeigen. Auch Claudia war diesmal mit von der Partie. Sie war schon länger nicht mehr dort oben gewesen und es interessierte sie jedes Mal aufs Neue. Kurz nach Marktschellenberg kamen sie an der kleinen, alten Kirche vorbei, vor welcher der idyllische, so genannte „Isais Weiher“ lag. Sie hielten nur kurz an, damit Hans ein Foto vom Teich, in welchem sich viele große Karpfen tummelten, machen konnte. Auch die kleine Kirche wurde noch besichtigt, jedoch nur von außen, da sie wie immer versperrt war. Danach ging es die recht schmale, kurvenreiche Straße weiter.   Als sie wenig später oben aus dem Wald herauskamen, wo man von der kleinen Straße dann einen wunderschönen Ausblick auf die Südseite des Untersberges hatte, blieb Wolf stehen und meinte: „So Hans, jetzt kannst du deine Kamera nehmen und nach Herzenslust fotografieren. Links vorne siehst du die Mittagsscharte, diesen tiefen Einschnitt am Berg. Dort oben befindet sich der „Steinerne Kaser“. Das ist eine Höhle in welcher der Sage nach, immer am fünfzehnten August ein Zeitphänomen passieren soll. Jedes Jahr kommen seit geraumer Zeit hunderte Menschen an diesem speziellen Tag dorthin und warten in der Zauberhöhle, dass etwas geschehen würde. Offensichtlich ist das aber noch nicht der Fall gewesen. Nach unseren Erfahrungen sind diese Phänomene meist im unteren Drittel des Berges anzutreffen“. Claudia ergänzte dazu: „Ja, und auch meistens auf der nach Norden gewandten Seite, oberhalb der alten Römerstrasse“. Sie stiegen wieder in Wolfs Wagen und fuhren ein Stück weiter. Als rechts, direkt an der Straße die Ruinen der alten Komturei zu sehen waren, parkte er in einer Ausweiche und Hans konnte sich die Überreste des einstigen Domizils von Ritter Hubertus und seinen Getreuen ansehen. „Dort an der Rückwand des Gemäuers hast du doch vor einigen Jahren mit Linda dieses Versteck gefunden“, sagte Claudia, „in dem sich der Ring des Templers, das Amulett und die Kette mit dem Kreuz befunden hatte“. „Ja“, antwortete Wolf, „mit dem Metallsuchgerät“. „Was hast du da gefunden?“, fragte Hans, „kannst du mir das einmal zeigen?“„Wenn wir oben bei der Kirche sind, kannst du dir die Sachen ansehen. Ich habe sie hier in meiner Tasche“, sagte Wolf. Ganz in der Nähe hier befindet sich übrigens die Höhle mit den zwei Schwarzen Steinen, dort wo ich damals mit Linda das Feuerzeug von der SS gefunden habe. Hans konnte es kaum erwarten, bis sie die Wallfahrtskirche Maria Ettenberg mit dem herrlichen, geheimnisvollen Deckenfresko besichtigt hatten. Da der gegenüberliegende Gasthof noch geschlossen hatte, setzten sich die drei wieder in Wolfs Wagen. Er nahm ein kleines Säckchen aus seiner Tasche, öffnete es und wandte sich zu Hans: „hier ist der Goldring mit dem Kreuz auf dem schwarzen Stein. Nach Schätzung eines Juweliers könnte diese Arbeit fünf- bis siebenhundert Jahre alt sein. Die anderen Artefakte, welche nur zum Teil aus Silber und Bronze bestehen, sollten ebenfalls mindestens so alt sein“. Staunend hielt Hans die Relikte aus der Templerzeit in seinen Händen. Er versuchte, sich den Ring mit dem Kreuz anzustecken, doch waren seine Finge viel zu schmal. Wolf nahm den Ring und steckte ihn sich auf seinen Ringfinger. Er passte ganz genau. Claudia meinte lachend: „Na ich denke dieser Ring ist eben für dich. Du musstest   ihn einfach finden. Darum passt er dir auch so exakt“. Wolf musste schmunzeln und lachte auch, „Meinst du etwa, dass ich mit diesem Hubertus etwas zu tun hatte?“

 

Hans antwortete darauf: „Wisst ihr, dass dieser Ritter Hubertus auch „Der Schwarze Komtur“ genannt wurde? Sein Wappen waren zwei silberfarbene Raben auf einem schwarzen Schild“. Claudia zuckte zusammen, als sie Hans Worte vernahm. „Erinnere dich“, sagte sie zu Wolf, als wir vor nicht allzu langer Zeit auf dem Friedhof von Hallein das Grabmal von diesem Freimaurer Dr. Kellner besucht haben, da sind doch auf einmal zwei Raben dahergeflogen und haben sich gleichzeitig auf die beiden Arme des Kreuzes auf der Kirchturmspitze gesetzt. Du hast sie doch sogar mit dem Teleobjektiv fotografiert“. „Außerdem bist du auch so gut wie immer schwarz gekleidet und trägst stets diesen uralten schwarzen Stein aus Ninive am Lederband um den Hals, welchen der Professor in den Ruinen von Ninive einst gefunden hat“. „Ach so“, lachte Wolf, „ihr beide wollt einen Zusammenhang von Ritter Hubertus und mir herstellen. Es mag ja schon sein dass es da ein paar Parallelen gibt, aber ich sehe das anders. Die gute Linda hat mir vor Jahren schon dazu geraten, dass ich dunkle Kleidung tragen soll. Sie meinte schwarz streckt und ich habe mich dann einfach daran gehalten. Und dass ich diesen kleinen, schwarzen Stein, dieses mesopotamische Siegel von dem Professor bekommen habe, ist doch nur purer Zufall. Genau so ein Zufall ist es, dass mir dieser Ring aus dem alten Gemäuer passt“. Hans und Claudia tauschten einen Blick aus, welcher besagte, dass sie mit Wolfs Erklärung ganz und gar nicht einverstanden waren. „Und was war dann in Venedig? In der Kirche Maria e Donata auf der Insel Murano? Die schwarze Dame Julia und dann der Kristall, den du dort auf der Insel Unije gefunden hast? Sind das auch alles Zufälle?“ Claudia schüttelte ihren Kopf. „Nein, mein Lieber, das hat mit Zufällen wirklich nichts mehr zu tun“.   Nach ihren Worten nahm Wolf nochmals den Templer Ring in die Hand und schloss kurz die Augen. Jetzt sah er ganz kurz ein Bild eines alten Silberringes, welcher einen grünen Stein mit einem roten Einschluss hatte. Dann konnte er noch einen ganz eigenartigen Ring sehen, der auf der Vorderseite einen kleinen, kuppelförmigen Behälter mit kleinen Öffnungen hatte. Abschließend tauchte dann noch das Gemäuer der alten Komturei auf. „Bist du jetzt eingeschlafen, oder meditierst du gerade?“, fragte ihn Claudia und riss ihn damit aus seiner Betrachtung.

 

„Nein“, erwiderte er, „ist schon in Ordnung, aber ich glaube ich muss demnächst noch mal zu den Ruinen der Komturei, aber mit dem Metalldetektor“. Hans hatte keine Ahnung, wovon Wolf sprach und Claudia meinte, „Da komme ich mit!“

 

„Freilich kommst du mit, vielleicht gibt es wieder etwas zu entdecken?“, antwortete Wolf.